Beats

Warum Beats nicht billig sein sollten

Ich gebe zu, ich bin erschrocken als ich gesehen habe, dass im Internet reihenweise Beats und Instrumentals für 5 Euro verkauft werden. Meiner Meinung nach ist das eine Schande. Niemand sollte geistiges Eigentum so günstig verschachern. Websites, wie die von Max Keys über die ich vor ein paar Tagen gestolpert bin, die hochwertige Beats kostenlos anbieten, kann ich einfach nicht verstehen. Warum verschenkt jemand Musik, in die er Zeit, Kreativität und Können investiert hat? Natürlich könnte man jetzt sagen, dass die günstigen Beats meist nur “verliehen” werden und der Käufer nur ein eingeschränktes Nutzungsrecht hat. Trotzdem kann das Label oder der Künstler für 5 Euro meitens zumindest 2000 Kopien des fertigen Songs verkaufen. Keiner der Produzenten, die ich kontaktiert habe, gibt an, genug mit den Verkäufen auf den Beat Markplätzen zu verdienen. Selbst, wenn Hobbyproduzenten ihre künstlerischen Werke für so wenig Geld verschleudern, wird mir schlecht. Dann verschenkt eure Tracks lieber als euch so zu erniedrigen. Als ich selbst noch Musik produziert habe, war ich nie mit dem Resultat zufrieden. Hätte ich mich gezwungen, die Beats auf Zeit fertig zu stellen, hätte ich trotzdem sicher 2-3 Stunden pro Beat benötigt. Mindestens. Wenn man sich dann mal die Mühe macht und den Stundenlohn ausrechnet, wird man nicht glücklich. Keiner der angesprochenen Musikproduzenten, hat einen Beat mehr als 10 Mal verkauft. Sind wir mal ehrlich, die meisten Beats werden überhaupt nicht verkauft und liegen einfach auf diversen Servern der Beatportale.

Eine Antwort, die ich mehrfach auf die Frage erhalten habe, warum jemand sein geistiges Eigentum so günstig verkauft, war die folgende:

“Wenn ich meine Beats nicht für wenige Euro anbiete, kauft sie keiner. Das Ende vom Lied ist dann, dass ich mir auch keinen Namen machen kann, wenn keiner meiner Beats irgendwo veröffentlicht wird.”

Da die meisten Käufer der Instrumentals aber sehr junge ( und meist recht untalentierte) Hobby-Rapper sind, verhilft einem der Verkauf eines Beats sicher auch nicht wirklich zur großen Karriere. Oder?